„Alles, was glitzert, ist Gold …“

RHEINBACH LIEST lädt am 17. November um 19:30 Uhr zu einem musikalisch-literarischen Benefizabend in das Rheinbacher CF-Atelier.

Freche Couplets aus den goldenen 20er-Jahren sowie moderne Chansons von und mit der hinreißenden Tanja Keilen, alias Laura Dilettante, stehen im Mittelpunkt des Benefizabends unter dem Motto „Alles, was glitzert, ist Gold“. Die gebürtige Hamburgerin Keilen, mit Jugendjahren in Merzbach, macht dafür auf ihrer Konzertreise einen der seltenen Abstecher in die alte Heimat. Genauer gesagt in das schöne Ladenlokal von Nadia Fassbender und ihrem Team vom CF-Atelier. Zu ihren Liedern, bei denen die Künstlerin sich selbst auf dem Akkordeon begleitet, liest Literaturkabarettist Lothar Tolksdorf schön Goldenes aus der Welt der Literatur. Tolksdorf augenzwinkernd: „Texte von Tucholsky bis Tolksdorf! Auch Max Goldt, Jack London und ein Klassiker fehlen nicht. Wichtig ist eine aufregende Verbindung zum Element mit der Nr. 79 des Periodensystems.“ Die Fans des Bornheimer Literaturkabarettisten werden gespannt sein.

Die Einladung von Nadia Fassbender, Inhaberin des CF-Ateliers, stand übrigens schon lange. „Und zwar seit ich einmal einen Designer-Glastisch für eine Veranstaltung bei ihr entliehen hatte und auf dem kurzen Weg zum Glasmuseum fallen ließ. Mir war das so peinlich“, erinnert sich RL-Vize Engel schmunzelnd. Seit Jahren unterstützt die Inhaberin des CF-Ateliers den Verein RHEINBACH LIEST, z.B. auch mit dem im Atelier gefertigten silbernen Hexenturm als Preis für den RHEINHEXENSLAM. „Als wir für den Bundesweiten Vorlesetag der Stiftung Lesen eine Veranstaltung für Erwachsene konzipierten, war daher die wunderschöne Goldschmiede von Nadia Fassbender der Ausgangspunkt“, so Engel. „Es lag nahe, das Thema Gold als thematischen Schwerpunkt zu wählen.“

Nadia Fassbender war sofort Feuer und Flamme und die beiden gingen verschiedene Ideen durch. Bei einem Chansontitel von Laura Dilettante machte es dann Klick: „Alles, was glitzert, ist Gold!“ Dass die Sängerin auch frivol-witzige Schlager der „goldenen“ 20er-Jahre im Programm hat, machte die Sache für die beiden Rheinbacher noch besser. Sie  fragten bei der Künstlerin an. Mit Erfolg! Der literarische Partner, Lothar Tolksdorf, war dann Lauras erste Wahl. Die beiden kennen und schätzen sich schon lange. Und so gibt es am 17. November einen exklusiv konzipierten Abend rund um das edle Metall und das bei freiem Eintritt. „Exklusiv in der Konzeption, aber lässig und unterhaltsam in der Durchführung“, wie Nadia Fassbender betont.

Und was heißt jetzt Benefizabend? Fassbender und Engel erbitten von den Besuchern Spenden für zwei Projekte. Weil der 17. November der Bundesweite Vorlesetag ist, kreisen auch die Förderprojekte um das Thema Buch. Zum einen soll die Erstellung der Broschüre „VORLESEN“ unterstützt werden, die seit 2011 im Rahmen der Aktion „Rheinbach liest vor“ entsteht. „Sie enthält Buchtipps von Rheinbachern für Rheinbacher und wird im November in einer Auflage von 4.500 Exemplaren über die Kitas und Schulen an alle Familien verteilt“, führt Engel aus.

Nadia Fassbender, die im Lions-Club Bonn-Liona aktiv ist, wählte zudem das Frauenhaus in Bonn aus. Es wird von dem Hilfswerk des Clubs schon lange gefördert. „Aus den Spenden wollen wir für die Kinder der dort untergebrachten Frauen eine kleine Bibliothek zusammenstellen.“

Unterstützt wird „Alles, was glitzert, ist Gold!“ auch von der Bäckerei Lennartz und dem Getränkefachmarkt Küster. „Bei Kölsch, Wein und frischen Brezeln wird es gesellig“, freuen sich Fassbender und Engel. Platz ist für 120 Gäste und zeitiges Erscheinen wird empfohlen.

CF-Atelier, Hauptstr. 4, Rheinbach
Beginn 19:30 Uhr, der Eintritt ist frei - Spenden erbeten

„So viel Spaß für so wenig Geld …“

Gelungene Premiere der Lesebühne „Stuss mit Lustig“ in Rheinbach

Rheinbach liest e.V. hatte geladen und rund sechzig Besucher waren zur „Geburt einer Lesebühne“ – der „mutmaßlich zweitskurrilsten der Welt“ - in das Ladenlokal von Optik Sichtweise gekommen. Mehr hätten auch kaum Platz gefunden. Die Freunde humorvoller Texte und gehobenen Klamauks brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Julius Esser, Johannes Engel sowie sein Namensvetter Gerd Engel zeigten sich bei der Premiere ihres Projekts in bester Leselaune. Nach der Eröffnung mit einer Schlagerparodie („So viel Spaß für so wenig Geld“) erzählte Gerd Engel über seine „Kicks an der Altpapiertonne“ beim Aufsuchen der selbst verfassten Pressemitteilungen in den Anzeigenblättern und schilderte satirisch die Begleitumstände der Lesebühnengründung. Julius Esser aus Brühl erinnerte sich an einen irrsinnigen Schreibauftrag aus seiner Zeit als Germanistikstudent. Anschließend dozierte Johannes Engel mit schelmischem Grinsen in genialen Versen über menschliche Schwächen, z.B. die anatomischen Untersuchungen an einem Ministerkopf. Vor der Pause bewies dann Gastgeberin Esther Grote mit einem uralten Gospel, wie gut sie swingen kann.

Auch nach der Pause ließen die drei prächtig harmonierenden Protagonisten, die von Dirk Plücker am Klavier unterstützt wurden, nicht nach. Eine Stegreifgeschichte aus vom Publikum gesammelten Reizwörten um „Prinzessin Kundigunde mit der Gurkennase“, einen wahrhaft skurrilen Wettbewerb um den schlechtesten Text und weitere Kurzbeiträge sorgten für beste Unterhaltung und eruptives Gelächter. Das Publikum ging voll mit, auch als Esser für den Geburtstag seines Bruders ein Kurzvideo aufnahm.

Das besondere Merkmal der neuen Lesebühne, die sich selbstironisch „Stuss mit Lustig“ nennt, ist die lockere, sympathisch-unperfekte und spontane Vortragsart sowie die Unterschiedlichkeit der drei bei ihren Texten und deren Darbietung. Die abschließenden Ovationen um 21:55 Uhr nach zwei Stunden Nettospielzeit waren absolut premierenwürdig. Rheinbach-liest-Vorsitzende Monika Flieger konnte sich über eine ordentliche Unterstützung aus Kartenverkauf und Getränkespenden für die Aktion „Bücherüberraschung“ freuen. Alle Beteiligten hatten auf eine Gage verzichtet. „Nächstes Mal nehmen wir doppelt so viel“, drohte Esser, der am 13. Oktober für RHEINBACH LIEST den „Rheinhexenslam“ in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg moderieren wird.

 

 

Mühlsteine werden zu Schminktischen

Das neue Format „fiction in the forest“ von Eifelverein und RHEINBACH LIEST startete am 2. September mit mehr als zwanzig Teilnehmern und vielen guten Ideen.

„Ich habe eine Boot gesehen“ schallt es über den Weiher am Forsthaus. Die 12-jährige Amélie Wüst ist in die Rolle des Hobbits Frodo geschlüpft. Der Zwerg Thorin (Sören Drilling) antwortet kraftvoll vom 40 Meter entfernten gegenüberliegenden Ufer und versucht dann vergeblich an das Boot zu gelangen, das die rettende Querung des Sees ermöglichen würde. Die mehr als zwanzig Teilnehmer zwischen 11 und 15 Jahren des neuen Formats „fiction in the forest“ bekommen die Stelle aus dem Abenteuerklassiker von J.R.R. Tolkien also nicht nur vorgelesen, sondern auch vorgespielt. Anschließend wird zur allgemeinen Belustigung versucht, in drei Gruppen das Problem aus der Handlung mittels schwimmender Schuhkartons und improvisierter Enterhaken nachzustellen und zu lösen.

Das grobe Konzept hatten sich Barbara Wüst vom Eifelverein und Gerd Engel von RHEINBACH LIEST im Anschluss an die Geschichtenwanderung für Vor- und Grundschüler ausgedacht. „Wir wollten nun ein Waldwander- und Naturerlebnis für ältere Kinder und Jugendliche schaffen, bei denen Bücher den roten Faden für Action und Kreativität liefern“, so der 2. Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Lesekultur. Barbara Wüst, die für viele Kinder- und Familienangebote in dem großen Angebot der Rheinbacher Ortsgruppe des Eifelvereins verantwortlich zeichnet: „Uns war es wichtig, bei der Planung schon die Zielgruppe mit einzubeziehen.“ In insgesamt drei Treffen mit dem Vorbereitungsteam, dem auch Sören und Amélie angehörten, wurden die Buchtitel und Textstellen ausgewählt und die kreative Feinarbeit geleistet. Zur Seite stand ihnen auch die Theaterpädagogin und Schauspielerin Monika Timme-Hafner von der Freilichtbühne Alfter.

Auf der fast dreistündigen Wanderung setzte die Vorbereitungsgruppe insgesamt sechs Bücher in Szene. Die beiden Mühlsteine am „Frischen Brünnchen“ wurden in der Vorbereitung eines Raubtierkampfes der Buchserie „Spirit Animals“ zu Schminktischen. Für die „Einhorn-Chroniken“ durften die drei Teams aus 200 Knickstäben riesige magische Bälle herstellen. Die 12-jährige Henrike bedauerte lediglich, dass es für ihren Auftritt als Dementor aus „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ eigentlich noch zu hell war: „Das hätten wir zeitlich später einbauen müssen.“

Zum Abschluss gab es die Einkehr im Eifelhaus, wo überbackene Brötchen, frische Waffeln und als Nachtisch eine Gruselgeschichte bei Kerzenlicht aus der Feder von Chris Priestley auf alle warteten. Barbara Wüst: „Die Resonanz war so gut, dass wir das Projekt im nächsten Jahr gerne wiederholen.“ Gut möglich, dass sich viele der Teilnehmer dann auch für das Vorbereitungsteam melden werden, denn „dabei haben wir schon so viel Spaß gehabt“, versicherte auch Tochter Amélie.

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