Es begann am Bücherschrank

Der neue Roman von Günter Detro „Bring doch Kuchen mit …“ erscheint Mitte Dezember. Das Offene Bücherregal in der Rheinbacher Raiffeisenpassage spielt dabei eine wichtige Rolle.

In Rheinbach und Umgebung hat die Veranstaltung „TextProbe“ einen guten Namen. Seit 2013 bieten wir mit diesem Literaturformat kreativen Hobby-Schriftstellerinnen und -Schriftstellern die Gelegenheit, ihre Werke einem breiten Publikum vorzustellen.
Im Februar 2015 trug unser Mitglied Günter Detro bei der neunten „TextProbe“ seine Kurzgeschichte „Über das Bücherregal“ vor. Die Zuhörer in der Bibliothek des Städtischen Gymnasiums lauschten gebannt der Erzählung um René Seiler. Er entdeckt in einem Buch aus dem öffentlichen Bücherregal eine Karte mit einer mysteriösen Einladung zum Tee. Seiler verliebt sich in die Frau auf dem Foto auf der Rückseite.

Moderator, der Textprobe, Lothar Tolksdorf lobte den Text als typisches Beispiel für eine gelungene Kurzgeschichte. In der anschließenden lebhaften Diskussion kam aus dem Publikum die Anregung für den Autor, die Geschichte doch zu einem Roman auszubauen.
Gesagt, getan. „Schnell merkte ich, dass die Geschichte tatsächlich noch nicht zu Ende erzählt war“ (Günter Detro)
Insgesamt drei Jahre arbeitete er an dem Manuskript und vergoss manchen Tropfen Autorenschweiß. Dem Bonner Verleger Hans Weingartz gefiel der Roman so gut, dass er eine Übernahme in sein Programm zusagte.

Jetzt erscheint Mitte Dezember 2018 „Bring doch Kuchen mit, aber keine Buttercreme“, der die Kurzgeschichte „Über das Bücherregal“ fortschreibt.
„Günter Detro erzählt wunderbar ruhig und einfühlsam die Geschichte zweier Außenseiter, die Charakterentwicklung ist bei aller Skurrilität der Protagonisten total glaubwürdig. Die Handlung entwickelt einen Sog, der bei mir bis zum Ende angehalten hat. Wer Detro nur als Autor von humorvollen oder sprachspielerischen Kurzformen kennt oder als den Krimiautor von ‚SoKo Schlafsack‘, der wird von der Tiefe des Romans überrascht sein. Und stilistisch ist ein Detro-Text immer ein Genuss. Mich hat ‚Bring doch Kuchen mit …‘ an die Bücher von Anna Gavalda und Andreas Izquierdos ‚Das Glücksbüro‘ erinnert. Das Ende ist so konsequent wie kitschfrei und doch herzerwärmend.“ (Gerd Engel, 2. Vorsitzender Rheinbach Liest)

Wir sind stolz auf die „TextProbe“ als Bühne für literarische Talente. Dieses Beispiel zeigt wofür ein solches Format die Grundlage sein kann. Es bestärkt uns in unserer Arbeit und dem Erreichen unserer Ziele. In diesem Fall - die Förderung der Lesekultur in unserer Stadt.

Günter Detro: „Ich bin dem Rheinbacher Publikum und besonders dem Verein Rheinbach Liest sehr dankbar, denn ohne sie wäre mein neuer Roman sicher nicht entstanden. Und natürlich nicht ohne den Offenen Bücherschrank, denn hier nahm alles seinen Anfang. Bei der Geschichte hatte ich den Offenen Bücherschrank in der Raiffeisenpassage vor Augen. Er war meine Inspiration und für die beiden Protagonisten in meinem Buch ändert er alles.“
Günter Detro kümmert sich unter anderem ehrenamtlich um die Pflege des Regals, an dem oftmals gedankenlos Umzugskartons mit ADAC-Reiseführern vergangener Dekaden abgestellt werden.


Günter Detro: Bring doch Kuchen mit, aber keine Buttercreme. - Kid Verlag Bonn, 2018. - ISBN 978-3-947759-10-1


Beachten Sie auch unsern aktuellen Flyer mit Veranstaltungen bis Januar 2019.

„Tȇte-à-tȇte“ im CF-Atelier: Lied trifft Lesebühne

Wir laden ein am 24. November um 19:30 Uhr zu einem außergewöhnlichen tȇte-à-tȇte ins CF-Atelier von Nadia Fassbender ein.

Auf der stählernen Freitreppe steckt die Berliner Liedermacherin Anika Auweiler mit den rheinischen Spitzbuben Julius Esser (Brühl), Johannes Engel (Erftstadt) und Gerd Engel (Rheinbach) vom Lesebühnenensemble „Stuss mit Lustig“ die Köpfe zusammen. Hauptstadt trifft Provinz, „arm“ trifft „sexy“ und Goldkehle die Adamsäpfel. So lautet grob der Plan. Und das bei freiem Eintritt. Doch Obacht! Spenden für die AktionBücherüberraschung werden erbeten und rücksichtslos eingetrieben. Wegen einer vorangehenden Schmuckpräsentation im Atelier erfolgt der Einlass erst kurz vor Veranstaltungsbeginn.

Die gebürtige Leverkusenerin Anika Auweiler mit der Ausnahmestimme singt in kleinen Geschichten über weinende Helden, tanzende Skeptiker, verliebt Cowgirls und den Morgen danach. Sie trat bereits als Support von Größen wie Katzenjammer, Max Herre und Anne Haigis auf. Doch auch wenn Anika nicht singt, ist die ehemalige Bonner Bummelstudentin eine glänzende Unterhalterin.

Für das Lesebühnenensemble „Stuss mit Lustig“ ist Anika die Traumpartnerin. „Wir können in unseren Texten ja nicht alle Facetten des menschlichen Lebens abdecken und vor allen Dingen dabei auch noch gut aussehen“, meinen die drei unisono. Während Johannes Engel für die humorvolle Lyrik zuständig ist und Julius Esser den jugendlichen Sturm und Drang verkörpert, kümmert sich Gerd Engel bevorzugt um die Sparte „Weltprobleme im Brennglas Rheinbacher“.

Bläser- und Gläserklang in der Weiherstraße

Der Wettergott meinte es gut mit den rund 60 in Weiß gewandeten Besuchern des „Diners en blanc“, die sich an den festlich gedeckten Tischen vor Optik Firmenich niederließen. Jeder war willkommen, Hauptsache man kam weiß gekleidet. Entsprechend stimmungsvoll ging es zum Ferienausklang in „Rheinbachs schönster Seitenstraße“ zu.

Diese besondere Form des „Social Dinings“, zum dritten Mal organisiert von der Togo-Hilfe und Rheinbach liest e.V., wird in der Glasstadt immer beliebter. Die größte Gruppe bildeten diesmal Bläser der Fidelia aus Wormersdorf. Der Musikverein mit seinem Prunkstück, dem Sinfonischen Blasorchester, steuert zielstrebig auf seinen 100. Geburtstag zu, der nur noch fünf Jahre entfernt liegt. Während die übrigen Besucher schon bei den mitgebrachten Köstlichkeiten, wie Lachsröllchen, deftige Blätterteigtaschen oder Stangenbrot mit verschiedenen Cremes, zugriffen, gab das Orchester unter der Leitung von Stefan Klein einige musikalische Kostproben seines Könnens. Den Anfang bildete sinnigerweise Roy Blacks „Ganz in Weiß“, es folgten Swing Klassiker, Abba-Hits und schöne Balladen wie „One moment in time“. Erst nach einer Zugabe „durften“ sich die Musiker endlich dem Hauptzwecks des Abends widmen und stießen stilecht mit Weißwein oder Kölsch an.

Rheinbach-liest-Vize Gerd Engel konnte neben den Fidelianern sowie Aktiven der ausrichtenden Vereine auch das neue Dreigestirn sowie einige weitere Gäste begrüßen. Er ermuntere alle, ungezwungen bei den Platten der Nachbarn zu räubern. Zu vorgerückter Stunde wurden noch einige Volkslieder angestimmt. Die umherwandernde Spendendose war am Ende mit einem stattlichen Betrag gefüllt. Die Togo-Hilfe kauft damit Schulbücher in Französisch, Rheinbach liest e.V. verwendet seine Hälfte für die Aktion „Bücherüberraschung im Advent“. „Die Spenden sind ein schöner Nebeneffekt. Wichtig ist vor allem die ungezwungene und anregende Atmosphäre eines solchen Picknicks in der Stadt“, zogen Michael Firmenich, für die Togo-Hilfe und RL-Vorsitzende Monika Flieger ihr Resümee.

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