„So viel Spaß für so wenig Geld …“

Gelungene Premiere der Lesebühne „Stuss mit Lustig“ in Rheinbach

Rheinbach liest e.V. hatte geladen und rund sechzig Besucher waren zur „Geburt einer Lesebühne“ – der „mutmaßlich zweitskurrilsten der Welt“ - in das Ladenlokal von Optik Sichtweise gekommen. Mehr hätten auch kaum Platz gefunden. Die Freunde humorvoller Texte und gehobenen Klamauks brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Julius Esser, Johannes Engel sowie sein Namensvetter Gerd Engel zeigten sich bei der Premiere ihres Projekts in bester Leselaune. Nach der Eröffnung mit einer Schlagerparodie („So viel Spaß für so wenig Geld“) erzählte Gerd Engel über seine „Kicks an der Altpapiertonne“ beim Aufsuchen der selbst verfassten Pressemitteilungen in den Anzeigenblättern und schilderte satirisch die Begleitumstände der Lesebühnengründung. Julius Esser aus Brühl erinnerte sich an einen irrsinnigen Schreibauftrag aus seiner Zeit als Germanistikstudent. Anschließend dozierte Johannes Engel mit schelmischem Grinsen in genialen Versen über menschliche Schwächen, z.B. die anatomischen Untersuchungen an einem Ministerkopf. Vor der Pause bewies dann Gastgeberin Esther Grote mit einem uralten Gospel, wie gut sie swingen kann.

Auch nach der Pause ließen die drei prächtig harmonierenden Protagonisten, die von Dirk Plücker am Klavier unterstützt wurden, nicht nach. Eine Stegreifgeschichte aus vom Publikum gesammelten Reizwörten um „Prinzessin Kundigunde mit der Gurkennase“, einen wahrhaft skurrilen Wettbewerb um den schlechtesten Text und weitere Kurzbeiträge sorgten für beste Unterhaltung und eruptives Gelächter. Das Publikum ging voll mit, auch als Esser für den Geburtstag seines Bruders ein Kurzvideo aufnahm.

Das besondere Merkmal der neuen Lesebühne, die sich selbstironisch „Stuss mit Lustig“ nennt, ist die lockere, sympathisch-unperfekte und spontane Vortragsart sowie die Unterschiedlichkeit der drei bei ihren Texten und deren Darbietung. Die abschließenden Ovationen um 21:55 Uhr nach zwei Stunden Nettospielzeit waren absolut premierenwürdig. Rheinbach-liest-Vorsitzende Monika Flieger konnte sich über eine ordentliche Unterstützung aus Kartenverkauf und Getränkespenden für die Aktion „Bücherüberraschung“ freuen. Alle Beteiligten hatten auf eine Gage verzichtet. „Nächstes Mal nehmen wir doppelt so viel“, drohte Esser, der am 13. Oktober für RHEINBACH LIEST den „Rheinhexenslam“ in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg moderieren wird.

 

 

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